
Proteine (Eiweisse) sind unverzichtbare Bausteine des Körpers: sie bilden und erhalten Muskeln, Bindegewebe, Enzyme, Hormone und Antikörper und sind an Transportvorgängen im Blut beteiligt. Gleichzeitig unterstützen sie Regulation, Wundheilung und das Immunsystem – ein Mangel wirkt sich über kurz oder lang auf Leistungsfähigkeit, Erholung und Gesundheit aus. (blv.admin.ch)
Wie viel Protein nötig ist, hängt von Alter, Körpergewicht, Aktivität und Lebensphase ab. Für gesunde Erwachsene liegen die Empfehlungswerte in Europa rund bei 0,8–0,83 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag; das bedeutet für viele Erwachsene grob 45–75 g/Tag, je nach Körpergewicht. Diese Referenzwerte sind so bemessen, dass sie den Erhalt von Gewebe und die normalen Körperfunktionen abdecken. (efsa.europa.eu)
Bestimmte Gruppen benötigen mehr: Ältere Menschen werden häufig mit höheren Zielen (z. B. etwa 1,0 g/kg/Tag) empfohlen, um Muskelerhalt und Funktionalität zu unterstützen; in Schwangerschaft und Stillzeit erhöht sich der Mehrbedarf zusätzlich. Auch Sportlerinnen und Sportler, insbesondere Kraft- und Ausdauersportler in intensiven Trainingsphasen, haben einen erhöhten Bedarf. Generell zeigen Expertinnen und Experten, dass ein moderat erhöhter Proteinkonsum in solchen Situationen sinnvoll und für Gesunde meist unbedenklich ist. (dge.de)
Nicht nur die Menge, sondern die Qualität der Proteine ist wichtig: Proteine bestehen aus Aminosäuren, von denen einige essenziell sind und über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Tierische Quellen liefern in der Regel alle essenziellen Aminosäuren in guter Zusammensetzung (hohe biologische Wertigkeit), pflanzliche Quellen können sich in ihrer Aminosäurezusammensetzung ergänzen – durch Kombinationen wie Hülsenfrüchte mit Getreide lassen sich vollwertige Proteinmuster erzielen. Abwechslung und Kombination pflanzlicher Lebensmittel decken daher in praktisch jeder ausgewogenen Ernährung Bedarf und Qualität ab. (dge.de)
Praktisch lässt sich der Bedarf mit Alltagsernährung gut erreichen: Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Tofu/Sojaprodukte und Vollkornprodukte sind zuverlässige Proteinquellen. Kleine Portionen proteinreicher Lebensmittel über den Tag verteilt (z. B. Joghurt zum Frühstück, Hülsenfrüchte oder Fisch zum Mittag, Quark oder Nüsse als Zwischenmahlzeit) helfen, Bedarf und Sättigung zu kombinieren. Nationale Tabellen und Empfehlungen zeigen konkrete Portionsgrössen und Proteingehalte für übliche Lebensmittel. (dge.de)
Zu viel ist für die meisten gesunden Menschen über kurze bis mittlere Zeiträume nicht schädlich, allerdings sind extrem hohe Proteinzufuhr über lange Zeiträume (insbesondere kombiniert mit sehr hohem Anteil gesättigter Fette aus stark verarbeitetem Fleisch) nicht empfehlenswert. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten Proteinzufuhr individuell mit Fachpersonen besprechen. Zudem wird beim Thema Lebensmittelwahl zunehmend auf gesundheitliche und ökologische Aspekte geachtet: eine pflanzenbetonte, abwechslungsreiche Auswahl reduziert oft die Umweltbelastung, ohne automatisch Proteinmängel zur Folge zu haben. (efsa.europa.eu)
Kurz zusammengefasst: Proteine sind zentral für Struktur, Funktion und Regeneration des Körpers. Für die meisten Erwachsenen genügt eine tägliche Zufuhr von rund 0,8–0,83 g/kg Körpergewicht; ältere Menschen, Schwangere, Stillende und aktive Sportler brauchen mehr. Wer abwechslungsreich isst und pflanzliche mit tierischen Quellen kombiniert, deckt Qualität und Menge meist problemlos. Bei speziellen Zielen oder gesundheitlichen Fragen lohnt sich eine individuelle Beratung durch Ernährungsfachpersonen. (efsa.europa.eu)